Anlass

Die letzte regelmäßige Beprobung auf Legionellen am 08.12.2016 ergab bei einer Probe einen deutlich erhöhten Wert von 8000 KBE (Kolonie-Bildende-Einheiten).

Wird der technische Maßnahmewert von 100 Legionellen (Kolonie-Bildende-Einheiten – KBE) in 100 Milliliter (ml) Wasser überschritten, hat der Betreiber der Trinkwasserinstallation dies unver- züglich dem zuständigen Gesundheitsamt anzuzeigen und zeitnah eine Gefährdungsanalyse zu erstellen oder erstellen zu lassen. (§ 16 Abs. 1 Nr.1 und Abs. 7 Nr. 2 TrinkwV.)

Die daraufhin von der Firma Wassernetz Ingenieurgesellschaft mbH erstellte Gefährdungsanalyse haben wir uns von einer Heizungsbaufirma (nicht unsere regulär beauftragte Firma) erläutern lassen.

Ergebnisse:

  • Kein Anlass zur Panik.
  • Es besteht aber Handlungsbedarf.
  • Die Hausverwaltung wurde beauftragt, Angebote für die empfohlenen Maßnahmen einzuholen und der Eigentümerversammlung vorzulegen.
  • Die Kunst bzw. Herausforderung ist, eine Balance zwischen dem nachhaltigen Schutz der Wasserleitungen etc. und legionellenwachstumsbegünstigenden Maßnahmen zu finden.
  • Wassersparen ist kontraproduktiv! Es ist notwendig, alle Wasserzapfstellen regelmäßig durchzuspülen. Keine Wasserspar-Perlatoren verwenden, sondern sog. Grobstrahl-Perlatoren.
  • Im Zuge der Besichtigung des Frischwasserzulaufs haben wir einen erheblichen Wartungsmangel am Druckminderer festgestellt. Die Hausverwaltung wurde beauftragt, diesen unverzüglich beheben zu lassen.
  • Außerdem wurde die Hausverwaltung beauftragt, Alternativangebote für die Heizungswartung einzuholen. Wir haben den Eindruck, dass unsere bisherige Wartungsfirma PM Gebäudetechnik nicht mehr so richtig motiviert ist…

Anmerkung:

Zur Zeit des Baus unserer Wohnanlage entsprach die Heizung den gesetzlichen Vorgaben (3-maliger Umlauf der Wassermenge in einer Stunde). Die Vorschriften haben sich zwischenzeitlich geändert, z.B. gibt es jetzt statt Umlaufmengen Vorgaben, mit welcher Temperatur das Wasser aus den Boilern heraus und mit welcher Mindesttemperatur das Wasser in den Boiler zurück fließen muss. Diese Vorschriften erfüllen wir derzeit nicht bzw. nicht vollständig, was u.A. das Wachstum von Legionellen begünstigt. Außerdem wissen wir ja alle, dass es insbes. in den Häusern 7x schon immer Probleme mit der Heißwassertemperatur und zum Teil mit dem Wasserdruck gab.

Erläuterung der Legionellen-Gefährdungsanalyse am 25.04.2017